Der ökologische Imperativ
Umweltprobleme und das prinzipielle Scheitern technischer Lösungen

Weder Methan, noch CO2 sind Umweltgifte. Trotzdem stellen diese Stoffe gerade unsere Gesellschaften vor die massivsten umweltpolitischen Herausforderungen. Die explosionsartige Zunahme an Rohstoff- und Energieflüssen verschiebt Gleichgewichte und produziert Umweltprobleme, die nur noch wenig mit Umweltverschmutzung zu tun haben. Technologische Lösungen verstärken die Probleme und die weltweiten Vorkommen an fossilen Energieträgern reichen noch lange um den Klimawandel zu befeuern.
Dominique Bourg plädiert dafür, Lösungen nicht in der Technologie oder dem Markt zu suchen, sondern in der Öffentlichkeit und Politik. Zu einem ökologischen Imperativ gibt es keine Alternative.
Umweltprobleme gibt es nicht erst seit den 1960er-Jahren. Im Laufe der Geschichte haben Gesellschaften immer wieder vielfältige Schädigungen des natürlichen Milieus hervorgerufen und anschließend mehr oder weniger erfolgreich darauf reagiert. Jared Diamond beschrieb vor einigen Jahren in seinem Weltbestseller eine Reihe von Kulturen, die den Zusammenbruch erlebten, weil sie nicht in der Lage waren, angemessen auf veränderte Umweltbedingungen zu reagieren: die Maya, die Polynesier auf der Osterinsel, die Anasazi im Chaco Canyon, die Wikinger-Siedlungen in Grönland usw.1 Es ist außerdem so, dass sich Mitte des 19. Jahrhunderts das Bewusstsein für ein radikal neues Phänomen entwickelte. Zu Beginn der zweiten industriellen Revolution vertrat George Perkins Marsh die Idee, dass die Beherrschung der Natur durch den Menschen sich umkehren könnte, und zwar in einem Maße, dass unsere Kultur ihre Lebensgrundlage verlöre.2 Heute, 150 Jahre später, ist diese Ansicht weitverbreitet und wird durch zunehmende Fachkenntnisse gestützt.
Zunahme des Materialflusses
Solange wir fortfahren zu glauben, dass die Umweltprobleme, mit denen wir konfrontiert sind, im Wesentlichen Probleme der Umweltverschmutzung sind, werden wir das wahre Ausmaß unserer zukünftigen Lage nicht erkennen. Selbstverständlich sind die Probleme der Umweltverschmutzung nicht verschwunden; in akuten Fällen ist die Gesellschaft von gesundheitlichen Folgen der Umweltveränderungen betroffen. Die größten umweltpolitischen Herausforderungen sind jedoch anderer Natur. Es handelt sich nicht so sehr um Probleme der Verschmutzung, sondern vielmehr um Probleme im Zusammenhang mit Materialfluss. Weder Kohlendioxid noch Methan oder Distickstoffoxid, neben Wasserdampf die bedeutsamsten Treibhausgase, sind Umweltgifte. Die Verknappung fossiler Brennstoffe und einiger Minerale, der Trinkwassermangel in bestimmten Regionen, der Rückgang des Fischbestandes, der Einbruch der Artenvielfalt usw. sind direkte oder indirekte Folgen des exponentiellen Bevölkerungswachstums seit den 1950er-Jahren und den damit verbundenen menschlichen Aktivitäten. Dieses Bevölkerungswachstum hat eine explosionsartige Zunahme an Rohstoff- und Energieflüssen mit sich gebracht, die all unseren wirtschaftlichen Aktivitäten zugrunde liegt: Bergbau, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischfang, Produktion und Transport von Energie, Verarbeitung von Rohstoffen und Herstellung von Konsumgütern, Transport und Handel.
Während es nun aber für Verschmutzungen technische Lösungen gibt, beispielsweise Filter gegen Schadstoffausstoß der Industrie oder Ersatzstoffe für gefährliche Substanzen, ist dies dagegen bei erhöhtem Materialfluss nicht der Fall. Tatsächlich ermöglicht uns der technische Fortschritt eine ständig steigende Ausnutzung natürlicher Ressourcen, wie es sich z. B. bei der Überfischung zeigt. Im Übrigen muss man die durch technologischen Fortschritt ermöglichte Effizienzsteigerung im Zusammenhang mit dem ständig wachsenden Verbrauch sehen. Das ist der Rebound-Effekt: Ein Computer verbraucht heute weniger Energie als vor fünf, zehn oder fünfzehn Jahren, aber die Anforderung an die Leistungsfähigkeit, die Anwendungsmöglichkeiten und die Zahl der Nutzer sind so stark gestiegen, dass der weltweite Energieverbrauch von Computern sich ständig erhöht und sich nach Angaben der internationalen Energieagentur bis zum Jahr 2030 verdreifacht haben wird.3 Hinzu kommt die Tatsache, dass technische Lösungen oft geneigt sind, Probleme zu verlagern, wodurch unerwartete, neue Probleme entstehen, die oft mittel- und langfristige Auswirkungen haben. Die großen Umweltprobleme der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts traten unvorhergesehen auf: die biologischen Auswirkungen der radioaktiven Verseuchung, die Ausdünnung der Ozonschicht, der Rückgang der Artenvielfalt, die Gefahren durch den Klimawandel, die Anreicherung von Schwermetallen im Boden, die Gesundheitsschädigung durch Quecksilber in der Bucht von Minamate, die Auswirkungen vom Insektizid DDT auf die Fortpflanzungsrate bei Tieren usw.
Die Idee, dass unser Heil in einem Zuwachs an Technologie liegt, ist eine These der neoklassischen Wirtschaftstheorie, die nur die wenigsten Umweltschützer unterstützen. Es gibt einfach keinen Ersatz für all die natürlichen Rohstoffe und die Funktionen des Ökosystems, die wir zu zerstören drohen. Stellen wir uns z. B. vor, dass die Ozonschicht verschwindet und mit ihr die Photosynthese: Es wäre unmöglich, diese durch wie auch immer geartete menschliche Arbeit oder Technik zu ersetzen, auch wenn Wirtschaftstheorien das Gegenteil behaupten. Wie Garrett Hardin bereits Ende der 1960er-Jahre zeigte, gibt es keine technische Lösung für das Problem der Ausbeutung begrenzter Ressourcen durch Handelnde, die ihre eigenen Interessen verfolgen, wenn es keine von der Gemeinschaft aufgestellten Regeln gibt.4
Angesichts des Problems der begrenzten Ressourcen und der Fragilität des globalen ökologischen Gleichgewichts5 kommt man nicht umhin, festzustellen, dass Technologien allein nicht die Lösung darstellen: Entweder verstärken sie sogar die Schwierigkeiten oder sie bieten nur Teillösungen. Nur die öffentliche Politik kann in fine die umweltpolitische Wirksamkeit bestimmter Technologien sicherstellen. Das Klimageschehen ist in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel: Treibhausgase müssten so schnell und in einem so großen Umfang reduziert werden, dass dies trotz der vielfältigen Technologien, über die wir in Bereichen Energiegewinnung ohne CO2-Emissionen sowie CO2-Speicherung verfügen, ohne grundlegende Änderungen in unserer Lebensweise nicht erreicht werden könnte.6
Hinzu kommt, dass die Umweltverschmutzung, genauer gesagt, deren Bewältigung dank neuer Technologien, das allgemeine Funktionieren der Gesellschaften nicht beeinträchtigte. Ganz anders verhält es sich mit zunehmendem Materialfluss. Die wesentliche Herausforderung, mit der wir konfrontiert sind, ist der fundamentale Widerspruch zwischen unserem politisch-wirtschaftlichen Modell, das auf größtmögliche Raten an Produktion und Konsum, zumindest für einen Teil der Gesellschaft, ausgelegt ist, und der Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts und der natürlichen Ressourcen.
Ich beschränke mich hier auf die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Klima und Energie. Schon allein in diesem Bereich beginnt für uns die Ära der Endlichkeit: Dem daraus erwachsenden ökologischen Handlungsbedarf können wir uns nicht entziehen und dieser betrifft auch die Funktionsweise unserer Gesellschaften.
Zu schnelle Veränderungen des Klimas und unseres Energieverbrauchs
Beginnen wir mit dem Klima. Die direkten Konsequenzen des fortschreitenden Klimawandels sind folgende: ein Ansteigen des Meeresspiegels um 1 bis 2 m von heute bis zum Ende des Jahrhunderts, ein verändertes Niederschlagsmuster mit intensiveren und ungleicher verteilten Regenmengen, eine im Vergleich zu heute um 1 bis 8 °C höhere globale Durchschnittstemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts. Diese dreifache Bedrohung bedeutet nicht weniger als die Reduzierung der Ökumene, also des von den Menschen bewohnten Lebensraums der Erde.
In den letzten Jahren werden Ausmaß und Dringlichkeit des Problems deutlicher als zuvor. Allem voran steht der weltweite Energieverbrauch, zu über 80 % aus fossilen Brennstoffen, der beträchtlich zugenommen hat. Mit einer jährlichen Steigerungsrate von 3,4 %, wie sie vor der Krise einige Jahre lang verzeichnet wurde, werden die pessimistischsten Vorhersagen der Ökonomen des IPCC, dem zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen, von 1995 noch übertroffen. Aber auch beim Phänomen Klima selbst zeigt sich eine unerwartete Beschleunigung. Wir werden z. B. eine Abschmelzung der arktischen Eiskappe in den Sommermonaten innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahren erleben, die erst für die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts erwartet worden war. Seit Beginn des Jahrtausends hat eine Gletscherschmelze eingesetzt, die Gletscher in den Randgebieten Grönlands und der Antarktis ins Meer abrutschen lässt. Mit einer Begrenzung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf 450 ppm, so lautet das Ziel Europas und der G20, soll ein Anstieg der Durchschnittstemperatur um mehr als 2 °C bis zum Ende des Jahrhunderts vermieden werden. Ein Anstieg um 3 oder 4 °C ist jedoch nicht ausgeschlossen und die 2 °C werden vielleicht sogar bereits ab 2030 erreicht.
Über die physikalischen Veränderungen der Ökosysteme hinaus bringt der Klimawandel zahlreiche Gefahren für die Menschen und ihre Aktivitäten mit sich. Betrachten wir zunächst die Risiken für die Ernährung. Der fortschreitende Klimawandel wird eine bereits kritische Situation noch verschärfen. Die weltweite Nahrungsmittelproduktion stagniert oder sinkt sogar und in Schwellenländern verändert sich die Ernährungsweise: Wenn der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch eines Inders an rotem Fleisch von derzeit 4 kg auf 40 kg steigen würde (in den USA liegt er bei 80 kg), würde sich der weltweite Bedarf an Getreide verdoppeln. Weitere Gefahren liegen in der steigenden Urbanisierung, dem Wassermangel in einigen Regionen der Erde wie z. B. in Australien, der Zerstörung und Schwächung der Böden, die durch Verdichtung, Versalzung oder Anreicherung mit Schwermetallen einen Mangel an Spurenelementen aufweisen usw. Allerdings gibt es eine theoretische Reserve von 2,8 Milliarden Hektar kultivierbarer Flächen zusätzlich zu den 1,5 Milliarden Hektar Ackerland. Um sich die möglichen Folgen des Wandels vorzustellen, braucht man sich nur daran zu erinnern, dass im Sommer 2003 das Wachstum der Pflanzen in Europa um 30 % zurückging: Als Folge setzten die europäischen Wälder erheblich mehr Kohlenstoff frei. Das Abschmelzen der Gletscher wird außerdem die Süßwasserversorgung in zahlreichen Gegenden beeinflussen.7
Was die Risiken für die Gesundheit angeht, so muss man die Vergangenheit und die Gegenwart betrachten. In Zeiten intensiver menschlicher Eingriffe in die Ökosysteme traten systematisch neue Krankheitserreger auf. Beispiele dafür sind die Neolithische Revolution und das Auftreten neuer Infektionskrankheiten wie Masern oder Pocken. In der Antike entstand die Malaria. Die industrielle Revolution brachte die Tuberkulose mit sich. Erinnern wir uns daran, dass zwischen 1347 und 1351 eine erhebliche Zahl von Menschen, nämlich 25 bis 45 % der Bevölkerung Eurasiens und Nordafrikas, an der Pest starb. Genau wie bei den Risiken für die Ernährung hat der Klimawandel auch hier Folgen für die Menschheit, die schon jetzt einer Häufung von Risikofaktoren ausgesetzt ist: ein explodierendes Bevölkerungswachstum mit einer Überbevölkerung von Menschen und Tieren in Asien, eine Veränderung der globalen Ökosysteme, die dazu führt, dass das Auftreten von Krankheitserregern sich nicht mehr auf natürliche Weise reguliert, ein wachsender Anteil an Menschen mit Immundefizienz, eine unglaublich intensive internationale Verbreitung und eine gesteigerte Veränderlichkeit von Keimen aus den genannten Gründen, darunter die Erreger von Pest und Tuberkulose, die gegen Behandlung mit Antibiotika resistent sind.8
Was die finanziellen Risiken betrifft, so stellt sich die Lage auch nicht günstiger dar. Der Stern-Report stellte den geschätzten jährlichen Kosten von 1 % des globalen Bruttoinlandsprodukts für notwendige Maßnahmen geschätzte jährliche Kosten von 5 % bis 20 % des weltweiten BIP gegenüber, falls nicht gehandelt wird.9 Die wissenschaftlichen Daten, die Grundlage für den Bericht waren, schlossen die Beschleunigung, von der hier die Rede war, noch nicht ein. Ist die Zahl 1 % wirklich glaubwürdig? Wir werden einen Temperaturanstieg von mindestens 2 °C nicht verhindern können, was bereits erheblich höhere Schäden bedeutet. Bedenken wir allein die Schwierigkeiten für das System der weltweiten Rückversicherer, falls Katrina sich wiederholt, und denken wir daran, dass bereits im vergangenen Jahrzehnt im Nordatlantik eine drei- bis vierfach erhöhte Zahl an Wirbelstürmen der Kategorie 5 verzeichnet wurde.
Schließen wir die Aufzählung mit der Erwähnung der geopolitischen Risiken. Spätestens in einigen Jahrzehnten werden die kleinen Inseln der Atolle Tuvalu und Kiribati, der Marshallinseln und der Malediven verschwunden sein, ebenso sehr wahrscheinlich ein Teil von Bangladesh. Durch einen Anstieg des Meeresspiegels um 1 bis 2 m bis zum Ende des Jahrhunderts werden zahlreiche Megastädte in Küstenlage von Überflutung usw. bedroht sein. Sie werden nicht alle die Mittel haben, dieser Herausforderung zu begegnen. Riesige Migrationsströme, sowohl innerhalb der Länder als auch länderübergreifend, können nicht ausgeschlossen werden.
Der Faktor Zeit beim Klima
Es ist wichtig, den Zusammenhang zwischen Zeit und Klimawandel zu berücksichtigen. Man sollte vorausschauend und schnell handeln. Je länger wir zögern, die Emissionen zu reduzieren, umso höher wird am Ende des Jahrhunderts die Konzentration an Treibhausgasen sein und umso höher wird letztendlich die globale Erwärmung ausfallen.
Eine weitere auf die Zeit bezogene Schwierigkeit ist die Tatsache, dass der schädliche Klimawandel nicht mit dem Ende des Jahrhunderts aufhört. Die Wärme der Atmosphäre wird erst in Jahrtausenden in die Tiefen der Ozeane vorgedrungen sein und auch die komplette Abschmelzung der Gletscher vollzieht sich über Tausende von Jahren. In beiden Fällen werden wir die Entwicklung nicht umkehren können. Diese langfristigen Auswirkungen der globalen Erwärmung lassen die Ziele der Staatengemeinschaft in einem besonderen Licht erscheinen. Nach Ansicht des großen Klimaforschers James Hansen führt eine CO2-Konzentration von 450 ppm langfristig zu einem Anstieg der Meeresspiegel um 75 m, ein Wert von 550 ppm auf lange Sicht zu einer Erwärmung um 6 °C, usw.10
Bei der Energie wie auch in anderen Bereichen besteht unser Problem also darin, weniger zu produzieren und zu konsumieren.11 Noch vor Kurzem glaubte man, dass uns das Peak Oil (Ölfördermaximum) dabei helfen würde. Dies ist nicht der Fall. Die Reserven an Kohle und unkonventionellen fossilen Brennstoffen, die wir bereits nutzen (Schiefergas, Ölsande, Ölschiefer und Öl aus Tiefseebohrungen) sind um vieles größer als das, was wir ausstoßen dürften, um verhängnisvolle Szenarien des Klimawandels zu verhüten.12 Wir haben sogar bereits ein Drittel des für den Zeitraum 2000 – 2050 autorisierten „kumulierten Emissionsbudgets“ verbraucht, das mit einer Erfolgsaussicht von 75 % dazu führen soll, die schicksalhafte globale Erwärmung um durchschnittlich 2 °C nicht zu überschreiten. Unsere Vorkommen an fossilen Brennstoffen belaufen sich schätzungsweise auf 1.085 Gigatonnen Kohlenstoff, dies entspricht der sechsfachen Menge unseres „Budgets“ bis 2050!13
Prof. Dr. Dr. Dominique Bourg (*1953 in Frankreich) ist Professor an der Universität von Lausanne (Schweiz). Seine Forschung fokussiert sich auf Umweltethik und politische Philosophie im Bereich Umwelt und er war in verschiedenen offiziellen Kommissionen in Frankreich zum Thema nachhaltige Entwicklung und Umwelt tätig (Grenelle de l'environnement, Charte constitutionnelle de l'environnement etc.). Sein nächstes Buch zum Thema ökologische Demokratie erscheint im Herbst.
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Quellen: 1 Vgl. Diamond, J.: Collapse: How Societies Choose to Fail or Succeed, Viking, New York, 2005. 2 Vgl. Marsh, G. Perkins: Man and nature; or, physical geography as modified by human action, Charles Scribner, New York, 1864. 3 Vgl. J. Polimeni, J. et alii: The Jevons Paradox and the Myth of Resource Efficiency Improvements, Earthscan, London, 2008. 4 Hardin, G (1968): The Tragedy of Commons. The population problem has no technical solution; it requires a fundamental extension in morality in: Science, Nr. 162, S. 1243–1248; im Internet verfügbar. 5 Rockström, J. et alii: Planetary Boundaries: Exploring the Safe Operating Space for Humanity, http://www.ecologyandsociety.org/vol14/iss2/art32/. 6 In den Industrieländern gibt es eine beträchtliche Diskrepanz zwischen der Menge an Treibhausgasen, die bei der Produktion von Gütern in einem festgelegten Gebiet ausgestoßen werden, und der Emissionsmenge, die sich auf den Verbrauch der Einwohner desselben Gebiets bezieht. Für Frankreich und die Schweiz liegt die Menge der Emissionen für im Land produzierte Güter zwischen 6 und 7 Tonnen pro Einwohner; dagegen belaufen sich die gesamten Emissionen, einschließlich derer, die durch importierte Güter entstanden sind, auf 13 Tonnen für Frankreich und 18 für die Schweiz. Das wirkliche Problem wird so verschleiert (vgl. www.carbonfootprintofnations.com/). 7 Vgl. Brown, L. R.: Plan B 2.0: Mobilmachung zur Rettung der Zivilisation, Kai Homilius Verlag, Berlin, 2007 und Parmentier, B.: Nourrir l’Humanité. Les grands problèmes de l’agriculture mondiale au XXIè siècle, La Découverte, Paris, 2007. 8 Vgl. Saluzzo, J.-F.: Des Hommes et des germes, P.U.F., Paris, 2004. 9 Stern Review on the Economics of Climate Change, http://www.hm-treasury.gov.uk/sternreview_index.htm. 10 Vgl. Hansen, J. et alii (2008): Target Atmospheric CO2: Where Should Humanity Aim?, www.columbia.edu/~jeh1/2008 & Hansen, J., (2009): Strategies to Address Global Warming & Is Sundance Kid a Criminal, www.columbia.edu/~jeh1/2009. 11 Denken wir daran, dass, abgesehen von Wasserkraft und Biomasse, die erneuerbaren Energien auf der Welt nur knapp 2 % unseres Energiebedarfs decken. Weitere Energieformen werden, ausgehend von Bio- und Nanotechnologien, in den nächsten Jahrzehnten zum Einsatz kommen. Welche werden die limitierenden Faktoren sein? Die seltenen Metalle? Ein Beispiel: Solarwärmeerzeugung hat einen relativ hohen Wasserverbrauch, obwohl die Kraftwerke in den Wüsten stehen. Was die Kernkraft angeht, deren Nachteile bekannt sind, so reichen die Reserven an Uran 238 und Thorium noch für Jahrtausende. 12 Vgl. die Szenarien der schrittweisen Klimaverschiebung in: Lynas, M.: Six degrés. Que va-t-il se passer?, Dunod, Paris, 2008. 13 Vgl. Meinshausen, M. et alii, (2009): Greenhouse-gas emission targets for limiting global warming to 2 °C in: Nature, Nr. 458, S. 1158 – 1162.


